Über uns
Nestwärme heißt Hoffnung
Nestwäme unterstützt von AIDS-betroffene Kinder und deren Familien. Der Vereinsname entstand nicht zufällig. In der Gründerzeit des Vereins malten die öffentlichen Medien ihr verzerrtes Meinungsbild von AIDS-Betroffenen.

Die Opfer der Krankheit waren eher Täter als Betroffene. Diesen Randgruppen begegnete die breite deutsche Öffentlichkeit mit Vorbehalten. Es schlug demzufolge allen AIDS – betroffenen eine eisige Kälte entgegen.
Was diese Menschen brauchten und brauchen, das ist Wärme. Nestwärme verbreitet auf unterschiedlichste Art und Weise. Das Nest steht für die Fokussierung auf die Schwächsten aller Opfer, denn Kinder sind wehrlos. Seit Oktober 1994 besteht der in Deutschland einmalige integrative Kindergarten. Zusätzlich zu den schweren Belastungen durch die Krankheit erleiden die Kinder Ausgrenzung und Benachteiligung durch die Umwelt. In der Nestwärme erfahren AIDS – betroffene Kinder hier ein Stück weit Normalität und Lebensfreude in ihrem sonst so schwierigen Alltag.
Im März 1998 wurde das erste gesunde Kind aufgenommen. Mittlerweile betreuen 6 Erzieher und 3 Zivildienstleistende 40 Kinder im Kindergarten. Davon sind mehr als die Hälfte AIDS – betroffene Kinder.

Die Vorurteile gegenüber AIDS und seinem Ansteckungspotential sind immer noch präsent. Unter dem Motto - Spielen ist nicht ansteckend! – informiert der Verein mit Aufklärungsschriften und in persönlichen Gesprächen die Eltern gesunder Kinder. Dennoch entscheiden sich immer noch viele Eltern aus Angst vor einer möglichen Ansteckung gegen die Nestwärme. Es gibt bis heute keinerlei Hinweise dafür, dass HIV in Kindergärten oder Schulen übertragen wird. Die im Kindergarten aufgenommenen Kinder wohnen im Großberliner Raum und nahen Umland der Hauptstadt. AIDS bestimmt das tägliche Leben der betroffenen Familien. Deshalb sind diese Familien nicht in der Lage, die Kinder der Nestwärme regelmäßig zu bringen oder abzuholen. Der Fahrdienst von Nestwärme mit seinen eigenen Bussen übernimmt diese Aufgabe, um den Kindern den regelmäßigen täglichen Besuch des Kindergartens zu ermöglichen.
Ungeachtet dessen, wer infiziert ist, betrifft diese Krankheit jeden, den Einen offensichtlicher als den Anderen. AIDS ist ein weltweites soziales, politisches und medizinisches Problem. In Berlin trifft AIDS sozial schwache Familien besonders hart. Die Virusinfektion umklammert alle Generationen einer Familie so stark, dass sich auf gesundheitliche Handicaps, familiäre Ausgrenzung, Depressionen, wirtschaftliche und juristische Schwierigkeiten aufaddieren. Hier gilt es ganzheitliche Unterstützung zukommen zu lassen, um den Kindern, die die Haupt-Betroffenen sind, optimal zu helfen.
Die AIDS – Forschung hat Erstaunliches geleistet. Durch die verbesserte medizinische Versorgung steigt die Lebenserwartung der Erkrankten erheblich und kontinuierlich. Das Medieninteresse ist gesunken. Gleichzeitig gerät die Erkrankung mit ihren Folgen in Vergessenheit. Trotzdem ist AIDS immer noch nicht heilbar. Nach Schätzungen von Experten leben in Deutschland ca. 10% aller Kinder und Jugendlichen, also fast 1,6 Millionen, mit chronischen Erkrankungen. Nicht nur Eltern, sondern auch Kinder und Jugendliche selbst wollen und sollen über ihre Erkrankung und die damit verbundenen Maßnahmen und Behandlungsmethoden informiert werden. Die Betroffenen wollen verstehen, was und vor allem, warum etwas mit Ihnen geschieht. Natürlich haben Kinder in allen Phasen ihrer Krankheit Angst vor Krankenhausaufenthalt, Spritzen, Blutentnahmen und vor allem vor der möglichen Trennung von Mutter und Familie.
Das Denken eines Kindes ist nicht deshalb anders, weil seine geistigen Werkzeuge noch nicht vollständig entwickelt sind. Der Unterschied zwischen Erwachsenem und Kind gleicht eher dem eines Experten zum Laien. Selbst von einer Krankheit betroffen, können Kinder hoch motiviert sein, etwas über den Körper zu erfahren.
HIV – infizierte Kinder und Kinder, die in von AIDS betroffenen Familien aufwachsen, verhalten sich nicht anders als gesunde Kinder. Die Krankheit wird von Kindern anders definiert als von Erwachsenen. Das Miteinander mit AIDS – betroffenen Kindern im täglichen Leben fordert zur selbstverständlichen Rücksichtnahme auf. Diese Tatsache bildet das Fundament für die Ausbildung einer sozialen Kompetenz, die heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Für uns Erwachsene ist oft schwer, sich in das Denken und in die Empfindungen von Kindern hinein zu versetzen und Informationen ihrem Verständnisniveau gemäß darzustellen.
Eine Analyse der kindlichen Bedürfnisse und des Verständnisniveaus sind besonders wichtig. Die Heilpädagogen und Erzieher in der Kita Nestwärme besitzen die Fertigkeiten und das Erfahrungspotential, um mit den vorab geschilderten besonderen Anforderungen sach- und fachgerecht umzugehen.
Die Einrichtungen von Nestwärme werden von Familien und Kindern mit diversen Behinderungen und aus vielfältigen Kulturen genutzt. Auch heute ist die Integration von Familien und Kindern, deren Leben von Behinderung, Krankheit und Ausgrenzung gekennzeichnet ist, der Leitgedanke von Nestwärme.





